Dreijähriger Bachelor-Studiengang (Direktstudium)

Der Studiengang wurde 2007 eingeführt, sein Programm entstand im Einklang mit den Vorgaben des entsprechenden Ministeriums. Das Angebot umfasst Basis- und Fachunterricht, der für alle Studierenden obligatorisch ist, sowie Spezialisierungen zur Wahl (die so genannten Profile mit thematisch ausgerichtetem Unterricht). Nach Beendigung des ersten Studienjahres muss jeder Student / jede Studentin ein Profil wählen, dessen Fächer damit obligatorisch werden.

Das gesamte Programm ist in tabellarischer Form dargestellt (Studienplan). Enthalten sind Informationen zu den Semestern und der jeweiligen Stundenzahl der einzelnen Fächer, ebenso zur Art der Anrechnung der Fächer (Testat oder Prüfung) sowie zu den ECTS-Punkten. Die einzelnen Profile werden außerdem im folgenden beschrieben, was einen Einblick in den Charakter der angebotenen Fächer ermöglicht.

P 1: Germanist im öffentlichen Raum

Diese Spezialisierung vermittelt eine tiefgründige und umfassende Vorbereitung auf die Berufspraxis in allen Bereichen, in denen perfekte Kenntnisse des Deutschen, der deutschsprachigen Kultur und des deutschen öffentlichen Raumes sowie der deutsch-polnischen Beziehungen erforderlich sind: im Wirtschaftsleben, in der Politik, in den Institutionen der EU, im Journalismus, im Hochschulwesen, in allen Gebieten, die sich mit der deutsch-polnischen Nachbarschaft beschäftigen.

Das Profil vermittelt breit verstandene philologische Fähigkeiten wie z.B.: die Redaktion verschiedenartiger Texte, sowohl in der Fremdsprache als auch in der Muttersprache, ihre Interpretation und Analyse, ihre Kommentierung und Übersetzung, die Klassifizierung von Texten, die Vorbereitung zum Druck, die Fähigkeit, öffentlich aufzutreten, Techniken der Kommunikation sowie die Kenntnis von Fachsprachen: der Medien, der Kultur und des Business. Besonderes Gewicht legen wir auf die Literatur als Text, in dem sämtliche Bereiche des Lebens abgebildet sind. Wir bieten Proseminare an, die sich mit Fragen der deutschsprachigen Geschichte, Kultur und Literatur befassen sowie mit den deutsch-polnischen Beziehungen. Die in enger Anlehnung daran angebotenen Übungen zur Analyse und zum Übersetzen von wissenschaftlichen, literarischen oder Gebrauchstexten sowie Übungen zur Rhetorik stellen die praktische Anwendung des theoretischen Wissens dar.

Der besondere Wert dieses Profils besteht in zusätzlichem, fachsprachlichem Englisch-Unterricht. Die Fähigkeit, sich bestimmter Ausdrücke (polnischer wie fremdsprachiger Herkunft) zu bedienen und sie korrekt zu lesen, gehört heute zu unabdingbaren Kompetenzen in den Bereichen der Kommunikation, der Werbung, der Kunst, der Politik und eines weit verstandenen geschriebenen wie gesprochenen Wortes.

P 2: Übersetzer / Dolmetscher

Dieses Profil richtet sich an Personen mit besonderen psycholinguistischen Fähigkeiten zum Übersetzen von wissenschaftlichen, literarischen, Fach- oder Gebrauchstexten bzw. zum Dolmetschen.

Im Rahmen von Übungen machen die StudentInnen sich mit den Grundlagen des öffentlichen Auftretens vertraut, lernen rhetorische Elemente der Kommunikationstechnik, lernen die Technik, verschiedene Textarten zu erkennen und damit inhaltliche und grammatische Strukturen zu antizipieren, ferner die Technik der Deverbalisierung auf der Grundlage verschiedener Kompetenzen des Übersetzers sowie die Wiedergabe von Inhalten in der Zielsprache. Begleitend zu den Übungen werden Vorlesungen zur Übersetzungstheorie angeboten. Die Veranstaltungen werden sowohl von Übersetzungstheoretikern als auch von praxiserfahrenen Übersetzern geleitet.

Bei Wahrung des akademischen Charakters vermittelt dieses Profil zahlreiche praktische Fertigkeiten, die auf dem anspruchsvollen Arbeitsmarkt gefragt sind.

P 3: Interkulturelle Kommunikation

Das Profil interkulturelle Kommunikation, das von der Abteilung für Kultur des deutschsprachigen Raumes angeboten wird, versteht sich als Antwort auf die derzeit ablaufenden Prozesse der Globalisierung, in deren Zuge verschiedene Kulturen sich einander annähern und wechselseitig durchdringen. Angesichts des zunehmend internationalen Charakters der Zusammenarbeit u.a. auf wissenschaftlicher, kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene erlangen die individuellen Fähigkeiten zu kommunizieren immer größere Bedeutung, sind sie doch unerlässlich für eine effektive und möglichst konfliktfreie Zusammenarbeit in internationalen Teams.

Für die in allen Bereichen sich intensivierende polnisch-deutsche Zusammenarbeit sind Spezialisten gefragt, die diese Kooperation formen und realisieren. Selbst eine hervorragende Kenntnis des Deutschen ist hierfür aber nicht ausreichend. Nötig ist außerdem die Fähigkeit, unsere deutschen Partner in den kulturellen Unterschieden wahrzunehmen und zu verstehen, eine Sensibilität für dieses „Anderssein" zu entwickeln, dass sich in Sprache, Geschichte, Tradition, Mentalität, Verhaltensmustern, Gewohnheiten usw. äußert. Das Wissen um kulturell bedingte Unterschied sowie die Fähigkeit, dieses Wissen praktisch anzuwenden, verschränken sich zu dem, was wir in der Kulturwissenschaft als interkulturelle Kompetenz und interkulturelle Kommunikation bezeichnen.

Unser Profil verfolgt das Ziel, den Studierenden interkulturelle Kompetenz zu vermitteln, das heißt entsprechendes Wissen über die in der Geschichte verwurzelten Stereotype und Autostereotype, die die wechselseitige Wahrnehmung der Polen, Deutschen, Österreicher und der deutschsprachigen Schweizer prägen, weiterhin Wissen von den Veränderungen, die im kollektiven und kulturellen Gedächtnis dieser Nationen vor sich gehen, sowie Wissen zum Stichwort Kulturtransfer, also zum Austausch – in einem weit verstandenen Sinne – von Kulturgütern sowohl auf deutschsprachigem Gebiet als auch in jener Kontaktzone, die uns am nächsten liegt, nämlich zwischen Polen und Deutschland. Im Rahmen unseres Profils bieten wir auch Fachsprachen an, z.B. im Bereich der Kunst, der Politik, der Medien, sowie die Lektüre von Kulturtexten, das heißt eine Beschäftigung mit Kulturphänomenen vom literarischen Text über Filme und Musikstücke bis hin zu Denkmälern und Werbespots.

Der Unterricht im Rahmen des Profils ist gedacht als Fortführung und Vertiefung der Themen aus den Vorlesungen und Proseminaren zu Geschichte und Kultur des deutschen Sprachraums, zur politischen und gesellschaftlichen Kultur der deutschsprachigen Länder sowie zur Geschichte der Literatur, wobei diese Themen jeweils erweitert werden um neue Inhalte aus dem Bereich der oben genannten interkulturellen Kompetenz sowie aus dem Gebiet der Kommunikationswissenschaften. Ihr Interesse und ihre interkulturellen Fertigkeiten können die Studierenden außerdem in Bachelor- oder Masterseminaren sowie im Rahmen eines Doktorandenstudiengangs weiterentwickeln.

Das Wissen und die Fertigkeiten, die die Studierenden im Rahmen des Profils „Interkulturelle Kommunikation" erwerben, sind für das Berufsleben unerlässlich. Fachleute, die sowohl die deutsche Sprache als auch die Kultur des deutschsprachigen Raumes gut kennen, werden in Instituten und Organisationen mit kultureller oder politischer Ausrichtung gesucht, in den Massenmedien, im Bereich Touristik sowie in bestimmten Dienstleistungsberufen.

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